Eine Wand aus Rosenblättern in der Mitte des Raumes, runde Kugeln aus Rosen, Nelken und Mohnblumen neben sowie Vasen mit Gerbera und Anthurien auf der Bühne – wo man hinsah, sah man am Freitagabend im Markmiller-Saal die Handschrift der Meisterschule für Floristik. Zu deren 25-jährigem Jubiläum waren nicht nur zahlreiche Ehrengäste, sondern auch Ehemalige gekommen.

„Die Schule ist nicht nur in Stadt und Landkreis, sondern weit über Bayerns Grenzen hinaus bekannt“,

betonte Schulleiter Johann Dilger. Dass so viele Gäste gekommen waren, zeige die große Verbundenheit und Wertschätzung.

„Nelson Mandela erhält den Nobelpreis, Bill Clinton wird Präsident, in Deutschland werden aus vierstelligen Postleitzahlen fünfstellige und in Straubing wird die Meisterschule für Floristik gegründet“,

sagte stellvertretende Schulleiterin Sonja Marchl. 1993 sei ein bedeutendes Jahr gewesen. Seit sich der ehemalige Schulleiter Walter Fruhstorfer für die Gründung eingesetzt hat, habe sich jedoch einiges getan. Vier verschiedene Schulleiter, zwei Stellvertreterinnen und unzählige Schüler. Auch die Besucherzahlen der jährlichen Ausstellung des Meisterjahrgangs seien gestiegen. „Im vergangenen Jahr waren es 2 500 Besucher.“ Ob im Herzogschloss, der Karmelitenkirche, dem alten Schlachthof, der Ziegelei Mayr oder in der Kraftzentrale – die Schüler verwandeln jeden Raum in eine spektakuläre Kulisse.

Der ehemalige Schulleiter Walter Fruhstorfer wollte 1993 eine durchgängige Ausbildung auch für Floristen-Schüler ermöglichen. „Damals wollten immer mehr den Meister machen und eine solche Schule gab es in ganz Niederbayern nicht“, erklärte er. Hätte Straubing sich nicht dafür eingesetzt, hätte es eine andere Stadt. Auch die frühere Stellvertreterin Elisabeth Wittmann hängte sich mit Herzblut in ihre neue Aufgabe: „Das Gestalterische ist schön, aber es steckt viel mehr dahinter.“

Regierungspräsident Rainer Haselbeck hatte bereits gehört, dass es in Straubing eine renommierte Meisterschule für Floristen gibt. Er habe allerdings nicht gedacht, jemals für Floristik Verantwortung zu tragen. „Ich habe schnell die Vielfalt der Regierung von Niederbayern kennengelernt und freue mich die Schule endlich vor Ort zu sehen“, sagte er.

„Blumige Kunstwerke“

Oberbürgermeister Markus Pannermayr findet es wichtig, in der Gesellschaft dafür zu sorgen, dass junge Menschen ihren Weg gehen können. Auch Landrat Josef Laumer ist überzeugt, dass die Schule etwas einmaliges in unserer Heimat ist. „Wir können stolz auf die Vielfalt an beruflicher Bildung in unserer Stadt sein.“ Und die Schule sei ihm besonders lieb. „Jeder von uns hat einen Partner oder eine Partnerin. Ist dieser mal verärgert und man bringt ihm ein blumiges Kunstwerk heim, kann sich die Stimmung radikal ändern.“

Präsidentin des Fachverbands deutscher Floristen, Erni Salzinger-Nuener, betonte, wie wichtig es ist, dass jeder seinen eigenen Weg gehen kann. „Der Verband braucht weitergebildete junge Leute.“ Und auch wenn die Schülerzahlen sinken, ist sie überzeugt, dass der Beruf nicht an Wichtigkeit verloren hat. „Das zieht sich durch alle handwerklichen Berufe, damit muss man fertig werden.“

Walter Fruhstorfer hat keine Sorge um die Zukunft der Schule. „In den Neunzigern hatte man Sorge um die Landwirte. Heute weiß man, das war unbegründet.“ Er ist sich sicher: es geht wieder bergauf.

Olaf Schroers, Fachlicher Leiter von 1993 bis 2005 und Steffen Teuscher, Fachlicher Leiter ab 2011, gaben zusammen mit Sonja Marchl, die Britta Schäfer, Fachliche Leiterin von 2005 bis 2011, aufgrund von Krankheit, ersetzte, einen Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre. Ausflüge, Teilnahmen an internationalen Wettbewerben und großes Engagement sorgten dafür, dass die Schule nicht nur in Deutschland einen so guten Ruf habe.

Die neun Schülerinnen des diesjährigen Meisterjahrgangs steckten nicht nur viel Mühe in die Dekoration des Saals. Am Ende rollten sie eine Torte aus Rosen für den Schulleiter herein. Mit 25 Kerzen darauf. Diese pustete Dilger gemeinsam mit den ehemaligen Schulleitern aus. Er blickt positiv in die Zukunft: „Auf die nächsten 25 Jahre.“ - dab (Straubinger Tagblatt) –